Jeder Hund ist anders...

Meine Liebe zu jedem meiner Hunde ist anders. Jede hat seine einzigartigen Stärken und Schwächen, genau wie jeder meiner menschlichen Familienmitglieder und Freunde.

 

Wir nennen es Persönlichkeit, eine Reihe vom verschiedensten Merkmalen, die jeden von uns unverwechselbar definiert. Bei allen menschlichen und auch tierischen Lebewesen ist die individuelle Persönlichkeit das Ergebnis einer Interaktion zwischen Genetik und Umwelt. Eben eine Mischung zwischen dem angeborenen Fähigkeiten, deren Erkennung und deren Förderung.

 

Egal was nun letztendlich die Persönlichkeit von Hund und Mensch beeinflusst, beide können in Harmonie zusammenleben oder sich ständig aneinander reiben. Wie gut ein Mensch und ein Hund miteinander auskommen hängt sehr stark davon ab, wie gut ihre individuellen Persönlichkeiten zusammenpassen.

 

Die meisten Menschen und auch Hunde passen in generelle Kategorien von Persönlichkeitstypen von introvertiert bis extrovertiert, von vertrauensvoll bis misstrauisch, von aktiv bis passiv, von fröhlich bis ernst. 


Was Hundebesitzer vor allem glücklich zu machen scheint, oder aber gleichzeitig total auf die Palme bringt, ist ein Hund, mit einer Persönlichkeit, die sie selbst am meisten schätzen oder auch eine Hundepersönlichkeit, die der Eigenen sehr nahe kommt. Sei dies ein immer angepasster Hund, ein Draufgänger oder ein Couchpotatoe. Manchmal (wenn man sich darauf einlässt immer) kann aber ein Hund auch die eigene, die wahre Persönlichkeit, die, die wir irgendwann einmal vergraben haben zum Vorschein bringen und uns so selber wachsen lassen. Ohne Zweifel machen uns Hunde zu besseren Menschen. Was für ein Geschenk!

 

Viele Menschen/ Hundetrainer machen sich seit langer Zeit die Mühe, rauszufinden, ob es denn einen generellen Nenner gibt, wie man Hundepersönlichkeiten einteilen kann. Es gibt verschiedene Modelle und Ansätze, die ich persönlich sehr spannend finde. Selbstverständlich spielt auch die Rasse mit in diese Überlegungen ein, ist aber nicht wirklich ausschlaggebend um die Charaktereigenschaften zu beschreiben. Sowohl Persönlichkeiten als auch allgemeine Rassebeschreibungen sind wichtig, wenn man sich für einen Hund entscheidet. Aber, Hunde lesen die Rassebeschreibungen nicht, die man ihnen zuordnet. So kann ein Pudel genau so ängstlich und zurückhaltend sein wie ein Windspiel und ein Golden Retriever einfach keine Kinder mögen. Obwohl dies eben nicht rassetypisch ist.

 

Jeder Hund ist anders, weil das Verhalten jeden Hundes das Ergebnis einer einzigartigen Kombination von Genen und Umwelt ist. Die Gene von zwei Individuen werden gemischt und neu sortiert, so, dass jeder der Nachkommen einzigartig ist. Aus diesem Grund kann auch ein Züchter vor der Geburt der Welpen nicht vorhersagen, wie diese einmal werden. Und auch eine hohe Wahrscheinlichkeit ist keine Garantie dafür, dass ein bestimmtes Ereignis stattfindet. Ausstellungserfolge sind für Menschen schön anzuschauen, aber spiegeln nicht den Charakter des Hundes wieder, sondern nur, ob er den von Menschen gesetzten Maßstäben genügt.

 

Wir Menschen sind nicht jede Minute des Tages gleich gelaunt, ein verschütteter Kaffee am Morgen lässt uns einen Tag ausflippen und an einem andere Tag über unsere Dummheit lachen. Wir sollten dies auch unseren Hunden zugestehen. Diese Natürliche Neigung, zu verschiedenen Zeiten, oder an verschiedenen Orten unterschiedlich zu reagieren, erklärt auch einen riesengroßen Teil dessen, was wir "Ungehorsam" nennen. Unsere Hunde vergessen schon gelernte Verhalten wenn sie in einer völlig neuen Umgebung und Situation sind, weil das erlernte Verhalten hier eben nicht in Zusammenhang bringen können. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Hund in einer neuen Umgebung oder Situation Hilfe braucht und Schutz. Er kennt es nicht, Sie aber schon. Gestehen wir ihnen das gleiche zu wie uns auch -  Zeit um sich an neue Situationen zu gewöhnen, sich zu akklimatisieren und sich wohl und sicher zu fühlen. Wir sollten da sein, körperlich und geistig, geduldig und stark -  Ihr Hund wird es ihnen Danken, das verspreche ich Ihnen! 

 

Vielleicht ist eins der besten Dinge, die Sie für Ihren Hund tun können, zu verstehen, dass jeder Hund genau wie jeder Mensch eine einzigartige Natur und eine Reihe von Merkmalen hat, die er mit anderen teilt, und das dieses Fundament der Persönlichkeit in jeder Sekunde seines Lebens von inneren und äußeren Faktoren beeinflusst wird. Jeder Hund ist etwas besonderes und verdient einen Menschen, der ihm erlaubt, so zu sein wie er ist -  sei es lieb und schüchtern oder kühn und keck. Es wäre nicht fair von ihm zu erwarten, perfekt sein zu müssen. Sie lieben uns Menschen nämlich auch genau so, wie wir in Wahrheit sind!

 

Ich persönlich finde, man kann Hunde grob in 7 Hundetypen einteilen. Mehr dazu gibt's zum nachlesen in einem tollen Buch von Franziska Theurer - Persönlichkeiten das ich jedem, der sich mit dem Thema Hund (und auch mit sich selbst) auseinandersetzen möchte, unbedingt ans Herz lege. 



 

 

 


Quelle unter anderem "Das andere Ende der Leine" von Patricia B. McConnell